Von China nach Indien, von England nach Peru: Die Reise führt zu faszinierenden antiken und mittelalterlichen Mega-Bauwerken, die die Geschichte der Architektur für immer verändern sollten. Mega-Bauwerke wie Angkor Wat, Machu Picchu und die St Paul's Cathedral in London sind unzweifelhaft Meisterwerke, die ihresgleichen suchen. Doch sie sind nicht die einzigen architektonischen Wunder aus alter Zeit.
Lincoln Cathedral, England
Die Kathedrale von Lincoln ist eines der bedeutendsten Werke der englischen Gotik. Die ältesten Teile zeigen noch normannischen Baustil. Mehr als 200 Jahre (1311-1549) lang war die Kathedrale das höchste Gebäude der Welt. Der Bau befindet sich am Minster Yard in der Oberstadt im Südosten der Altstadt gegenüber dem Schloss von Lincoln.
Masada, Israel
Die legendäre jüdische Festung Masada befindet sich in Israel am Südwestende des Toten Meeres. Sie wurde von König Herodes I. (dem Großen) zwischen 40 v. Chr. und 30 v. Chr. in drei Phasen erbaut. Zu ihrer Zeit galt sie als uneinnehmbar. Nach dem Tode von Herodes war dort eine römische Garnison stationiert. In den Jahren 70 bis 73 n. Chr. kämpften in Masada insgesamt 973 Zeloten gegen eine Übermacht von 15.000 römischen Legionären der X. Legion unter dem Befehlshaber Flavius Silva. Flavius Josephus berichtet, dass die Belagerten in dieser aussichtslosen Lage beschlossen, lieber als freie Menschen zu sterben, als den Römern in die Hände zu fallen. Als die Soldaten die Festung stürmten, fanden sie nur Totenstille: 960 Männer, Frauen und Kinder hatten sich getötet. Nur zwei Frauen und fünf Kinder hatten sich verborgen und konnten berichten, was geschehen war.
Drum Tower, Beijing, China
Der Trommelturm ist Wahrzeichen und Touristenmagent in Peking. Er entstand mit dem Kaiserpalast etwa 1420, wurde danach aber mehrfach grundlegend renoviert. Auf dem massigen ummauerten Unterbau mit drei Tunneln steht eine luftige Halle, die von einem doppelten Fußwalmdach mit grün glasierten Ziegeln bedeckt ist. Heute werden dort Trommeln ausgestellt, die Galerie bietet einen prächtigen Blick in das noch urtümliche Viertel mit Hofhäusern und einem Markt.
Das Rote Fort, Indien
Das Rote Fort in der nordindischen Stadt Delhi ist eine Festungs- und Palastanlage aus der Epoche des Mogulreiches. Das gigantische Bauwerk wurde zwischen 1639 und 1648 für den Mogulkaiser Shah Jahan erbaut und gehört seit 2007 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Ihren Namen erhielt sie von der charakteristischen roten Farbe des für die Festungsmauern verwendeten Sandsteins. Das Rote Fort ist von einer zwischen 18 Meter (auf der Flussseite) und 34 Meter (auf der Stadtseite) hohen, zinnenbewehrten Mauer von insgesamt 2,4 Kilometer Länge sowie einem Graben umgeben.
Arequipa, Peru
Arequipa ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region im Süden Perus. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung, die bislang in der Umgebung Arequipas gefunden wurden, datiert man auf die Zeit zwischen 8000 v. Chr. und 6000 v. Chr. Über 400 archäologische Orte wurden bis heute registriert, darunter befinden sich die Höhlenzeichnungen in Sumbay und Pampa Colorado. Ab etwa 1250 brachten die Inkas die Gegend um Arequipa unter ihren Einfluss, bis 1537 der spanische Konquistador Diego de Almagro el Viejo die Umgebung eroberte. Die Kathedrale von Arequipa gilt als einzigartig in Peru, da sie die gesamte Seite der Plaza de Armas einnimmt. Mit ihrem Bau wurde 1629 begonnen, ihre heutige endgültige Form erhielt sie aber durch den 1844 abgeschlossenen Wiederaufbau nach einem Brand. Nur wenige Jahre später wurde sie durch das starke Erdbeben von 1868 erneut schwer beschädigt. Der beim Erdbeben von 2001 herabgestürzte Glockenturm wurde bis 2004 wiederhergestellt.