Diego Buñuel im Gespräch mit dem National Geographic Channel
Diego, auf Deinen Reisen triffst Du viele junge Leute, die in Ihren oft armen Heimatländern Veränderungen und Wandel wünschen. Wie wirken sich solche Bestrebungen auf die Kultur der jeweiligen Länder aus?
Alle Menschen die ich treffe, wollen einen Wandel, der aus ihrer eigenen Kultur heraus erwächst. Und ich glaube, das bringt die besten Ergebnisse für eine Gesellschaft. Über die Jahre habe ich viele internationale Instititionen und Hilfsorganisationen bei der Arbeit beobachten können. Ohne deren Engagement schmälern zu wollen glaube ich aber, dass lokale Initiativen meist die wichtigste Arbeit leisten.
Welches Erlebnis im Rahmen der Filmarbeiten hat Dich am meisten bewegt?
Seit drei Jahren drehen wir "Sag's nicht meiner Mutter". Ich kann wirklich über unzählige unvergessene Begegnungen und Momente erzählen. Jede Reise, jedes Land gibt mir unheimlich viel. Wenn ich zwei Länder heraus picken müsste, wären es Pakistan und Nordkorea.
Auf Deinen Reisen wirst Du auch immer wieder mit Elend, Armut und Kriminalität konfrontiert. Was rätst Du Reisenden, die es in kritische Regionen oder Städte zieht?
Reisende sollten sich intensiv mit dem Land beschäftigen, das sie besuchen wollen. Dazu gehört auch, sich mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen vertraut zu machen. Man sollte unbedingt den öffentlichen Empfehlungen folgen und nicht etwa ohne Infos drauflosmarschieren und unbekannte Gebiete erkunden wollen. Ein allgemeiner Rat: Unsichere Gebiete sollte man nach Anbruch der Dunkelheit unbedingt meiden.
Und wie lernt man ein Land oder eine Stadt richtig kennen, so wie Du in "Sag's nicht meiner Mutter"?
Zeit und Geduld sind das A und O. Und wirklich wertvoll ist es, die Bekanntschaft mit Jemandem zu machen, der Dein Reiseziel wie seine Hosentasche kennt. Und damit meine ich nicht einen Reiseführer, sondern am besten "einen ganz normalen" Einheimischen.